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Hier zeigen wir an Hand einiger Beispiele auf, wie Teams und Spendenläufer zu LAUFENmitHERZ kamen und wie sie sich seither für ihr Projekt einbringen.


Spendenläuferteam "Laufen für Bühler Kinder"

Team Für Bühler Kinder

Wie eine Gemeinde immer mehr in Bewegung kommt und in 4 Jahren 50.000 € sammelt

» Manchmal können Begegnungen bei einem Lauf etwas richtig ins Rollen bringen. Als Karin Borho 2013 nach ihrem Halbmarathon einige Laufkollegen aus der Gemeinde traf, entstand der Gedanke, im Folgejahr gemeinsam in Karlsruhe anzutreten. Dies allerdings nicht nur läuferisch, sondern gleichzeitig in Verbindung mit einem sozialen Nutzen.

Schließlich gab es in Bühl die wichtige Stelle einer Diakonin für die Arbeit mit Kindern – teilweise aus sozialen Brennpunkten – zu sichern und ergänzend zu finanzieren. So fing die Läufergruppe 2014 frühzeitig an, in der Gemeinde für ihr Projekt „Laufen für Bühler Kinder“ zu werben. Einerseits ging es darum, möglichst viele Spenden zu sammeln. Andererseits sollten viele „Sympathisanten“ und Freunde des Projekts aktiv bei dem Lauf in Karlsruhe dabei sein.

Die gesamte Idee gewann von 2014 bis 2017 immer mehr Anhänger. Waren im September 2016 noch 28 Läufer/innen vorwiegend beim Halb- oder TeamMarathon laufend unterwegs, so traten im Jahr 2017 bereits 51 Sportler an. Zur Vorbereitung und um fit zu bleiben, bildete sich neben dem vorhandenen Lauftreff, „den Rittersbachläufern“, eine zwischenzeitlich sogar größere Genussläufergruppe.
In beiden Gruppen kann 3 oder sogar 4mal je Woche gelaufen werden. Da im Sommer zudem noch ein Einsteiger-Lauftreff angeboten wird, wächst die Laufbewegung stetig. Da ist gar nicht mehr viel Werbung in der Gemeinde Bühl nötig. Der Laufvirus verbreitet sich per Mund-zu-Mund-Propaganda. Auch den Gemeindepfarrer Götz Häuser erwischte es bereits. Als früherer Nichtläufer bewältigte er 2016 als Teamläufer 15 km und 2017 seinen ersten Halbmarathon.

So wirkt die Teilnahme an der Aktion „Laufen mit Herz“ in der Gemeinde und auch über die evangelische Gemeinde hinaus. Unter dem Dach der Ökumene sind katholische Läufer genauso dabei wie Teilnehmer von außerhalb. Die gemeinsame Freude am Laufen und der Erfolg für ein notwendiges Projekt zählen.

Rund 50.000.- € brachte das Engagement für Bühler Kinder in den letzten 4 Jahren bereits ein. Das hätte Karin Borho, die das Projekt gemeinsam mit ihrem Mann zwischenzeitlich koordinierend mit betreut, damals nicht erwartet. Doch heute meint sie: „Das macht unglaublich viel Spaß und die ganze Entwicklung ist sehr bewegend“. (FB)
März 2018


Dr. Oliver Hölzer

Die Spender schätzen meine Ausdauer, nicht nur beim Marathon, sondern auch beim Spendensammeln!

Persönliches: Dipl.-Wirschaftsingenieur, verheiratet, wir haben zwei Kinder.
In Karlsruhe bin ich 8 Marathons und 7 Halbmarathons gelaufen.
Bestzeiten in Karlsruhe:  Marathon  3:07 h, Halbmarathon 1:25 h.
Meine Marathonbestzeit: 2:58 in Berlin

Ich bin seit 2005 als Spendenläufer für das Projekt DRK-Kindernotarztwagen aktiv. Mit 560 € und 20 Spendern fing es im Jahr 2005 an. Mittlerweile komme ich pro Jahr auf Spenden in Höhe von 4.000 bis über 7.000 EURO, bei ca. 50-60 Spendern. Und so sind es nun bis 2019 insgesamt rund 72.000,00 EURO.
11 Mal wurde ich dabei Spendensammelkönig.

Mein Spendennaufruf erfolgt per Mail und über soziale Medien. In früheren Jahren habe ich auch viele Flyer verteilt. Mittlerweile habe ich viele treue Spender, die teilweise schon seit 15 Jahren spenden.
Dennoch ist es auch wichtig, neue Spender zu gewinnen. Dies gelingt häufig am besten, wenn man in das direkte Gespräch kommt und von seinem Spendenprojekt erzählen kann. Hilfreich ist sicher auch ein kleines Video, so wie dieses hier. (OH)
November 2019


GAIL McCUTCHEON aus Rutesheim

ist mit ihren Freundinnen und Freunden als
Team „Mein Herz lacht, wenn ich laufe!“
seit 2012 bei LAUFENmitHERZ am Start

Als Gail McCutcheons kleiner Sohn nach drei Herzoperationen durch die Gänge der Reha-Klinik lief und rief „Mein Herz lacht, wenn ich laufe“, war das Motto ihrer Spendenläufe geboren. Denn nur zu laufen kam für die gebürtige Engländerin nicht in Frage. „Spendenläufe sind so wertvoll. Wenn man schon läuft, dann nicht nur für sich selbst, sondern mach` etwas Sinnvolles“, ruft sie dazu auf, Spendenläufer zu werden – auch beim Baden-Marathon in Karlsruhe, bei dem seit 2011 jedes Jahr ein Team von „Mein Herz lacht“ mit am Start ist.

So könnten noch viel mehr Herzen künftig lachen, hofft McCutcheon. Rund 60.000 Euro hat sie seit 2011 insgesamt gesammelt und es sollen noch mehr werden. Auch McCutcheon selbst erlebte, wie gut ihr das Laufen tat. Es half der 44-Jährigen wieder zu sich selbst zu finden, etwas für sich zu tun. Sich um ein krankes Kind zu kümmern, belaste die gesamte Familie. „Mir ging es nicht gut. In der Familien-Reha hatte ich das erste Mal wieder Zeit für mich. Laufen war meine Therapie“, erzählt sie, wie sie ihrer „Hilflosigkeit“ förmlich davon lief. Mit einer Freundin joggte sie bald jeden Sonntagmorgen. Es kamen kleinere Läufe dazu und schnell fasste sie sich ein erstes großes Ziel, den New York-Marathon. Eigentlich wollte sie den bis zu ihrem 40. Geburtstag „irgendwann mal laufen“ – als Spendenläuferin versteht sich.

Das Motto „Mein Herz lacht, wenn ich laufe“, war klar. Aber kurz vor ihrem 35. Geburtstag sagte die Freundin: „Warum so lange warten?“  „Ich habe erst gegrübelt. Aber ich wollte mir das beweisen, die Hilflosigkeit verlieren.“ Sie trainierte konsequent, hielt sich genau an ihren Plan, wurde immer fitter. „Ich habe es penibel durchgezogen. Es war hart, aber mir ging es gut.“ Zirka 70 Kilometer lief sie pro Woche. „Ich war euphorisch, weil das Jahr echt hart war. Dann kam eine neue Bedrohung.“ Hurrican Sandy nahm 2012 Kurs auf New York und der Marathon wurde kurzfristig abgesagt. McCutcheon war bereits mit ihrem Mann, wie so viele andere Läufer, vor Ort – 10.000 Euro Spenden hatte sie bereits gesammelt. „Ich wusste nicht, was ich machen soll“, war sie erneut am Boden zerstört.

Aber Läufer sind kreativ. So trafen sich die angemeldeten Marathon-Läufer im Central Park mit dem Zweck den Lauf „privat“ zu absolvieren. Sie absolvierten „den Run Anyway-Lauf“. „Das war mein erster, sehr besonderer Marathon. Ein Jahr danach lief ich den richtigen New York Marathon.“ Beim Überschreiten der Ziellinie fiel dann alle Last von ihr. „Ich wusste, jetzt habe ich mein Leben wieder für mich zurückgewonnen.“ Weitere Marathon-Läufe folgten und das Ziel, die Stärke, die ihr das Laufen zurückgegeben hatte, auch anderen betroffenen Eltern geben zu können. „Ich habe meinen Weg durchs Laufen geschafft.“

Auch andere Eltern von kranken Kindern will sie helfen, mit den Problemen fertig zu werden. Mit ihrem im Januar 2019 gegründeten Verein „Mein Herz lacht“ (www.meinherzlacht.de) tut sie das mit großem Erfolg. „Wir wollen schauen, dass es den Eltern von kranken Kindern gut geht. Die Eltern kommen körperlich und seelisch an ihre Grenzen. Wir vernetzen sie – Selbsthilfe pro Nachbarschaft ist das Motto“, erklärt die 44-Jährige, wie wichtig es für die Kinder ist, dass ihre Eltern die nötige Kraft haben. „Die Eltern habe alle die gleichen Probleme: Angst, Erschöpfung, Belastungen, Anträge bei Krankenkassen und viele mehr.“ In den Gruppen steht der persönliche Austausch im Vordergrund. Ob gemeinsames Kochen, Kräuterwanderungen, Autogenes Training oder einfach nur das Reden über die Probleme - gemeinsame positive Erlebnisse sollen den Eltern helfen. Aus ihrer damals kleinen Idee soll etwas Großes entstehen. 300 lokale Gruppen soll es in Baden-Württemberg geben, 2000 deutschlandweit.

Da sie nun in Vollzeit ihre Zeit für den Verein investiert, komme das Laufen etwas zu kurz. Aber für Spendenläufe nimmt sie sich immer noch gerne Zeit oder hat ihre Läuferteams, die fleißig Geld sammeln für den guten Zweck. Das nächste große Projekt wird der Kinder-Lebens-Lauf vom Bundesverband Kinderhospiz sein. (ma/RUNREGIO 03 | 2020  –  02 | 2021)

Mai 2020


Die Serie wird fortgeführt. Weitere Beiträge sind in Arbeit.

Noch 106 Tage bis zum Zieleinlauf des 18. Spendenmarathons 2020